In einem Haus lebten
eine Witwe und ihre Kinder
und nur Gott weiß wie
die armen Menschen litten.
Eines Tages kam ein alter Mann
ganz kaputt und hungrig
„Vielleicht haben Sie für meinen Hunger
ein bisschen von Ihrem Essen“:
„Ich habe nichts“, sagte sie ihm.
„Nur eine Henne habe ich noch:
Ich bereite es gleich für Sie vor
und ich werde alles tun, was ich kann.“
Der dankbare alte Mann
sagte ihr bei der Zubereitung,
dass sie die Federn nicht wegschmeißen,
sondern begraben solle.
Nach dem Essen sagte er
in einem Abschiedston:
„Gott wird dir helfen, Tochter,
weil du so großzügig bist.“
Am nächsten Tag wachten
die Hühner in Scharen auf:
die Federn, die sie vergraben hatte,
sie wurden zu Vögeln.
Am Morgen sage ich dir,
krähten viele Hähne:
die Federn, die sie vergraben hatte,
sie verwandelten sich in Vögel.
Seitdem durchlitt die Familie
keinen Hunger mehr:
Sicher war es Gott,
der diese Zeiten beendete.
Alfredo Mires
„Resuellos“

Montag, 4. Dezember 2023
Die Witwe, die glücklich war
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