Donnerstag, 19. März 2026

Schulbeginn

Vor wenigen Tagen begann in unserem Land ein neues Schuljahr. Um diese Jahreszeit werden die Schulen auf Vordermann gebracht: Ein frischer Anstrich, die Instandsetzung der Toiletten, das Aufräumen der Schulbänke und andere notwendige Arbeiten stehen an. Die Lehrkräfte überprüfen und bereiten ihre Unterrichtspläne, Stundenpläne und alle Richtlinien für ein erfolgreiches Schuljahr vor.
Wir als Bibliothekare hoffen, dass die Bibliotheken aller Schulen in unserem Land gut ausgestattet sind und dass die Kinder mit einem Buch in der Hand, mit Plänen, Projekten und Strategien zum Lesen und Lernen für ein besseres Verständnis wieder in die Schule kommen. Angesichts der aktuellen Weltlage ist es in diesen Zeiten wichtiger denn je, kritisches Denken, Urteilsvermögen und Kreativität bei Kindern und Jugendlichen durch das Lesen zu fördern.
Ohne Lesen können wir die hochwertige Bildung, die wir uns so sehr wünschen, nicht erreichen. 
 

Sócota in FA

Es ist immer wieder eine Freude und ein Ansporn, wenn neue Bibliotheken eröffnet werden. Bei unserem letzten Treffen brachte Professor und Netzwerkbibliothekar Abel Vásquez Saucedo viele Bücher mit, um zwei ländliche Familienbibliotheken (BR en FA) in Sócota, Cutervo, zu eröffnen: Ländliche Familienbibliotheken! Die ländlichen Familienbibliotheken sind Teil einer Initiative, die während der Pandemie entstand. In den entlegensten Gebieten Perus, wo es weder Mobiltelefone noch Internetzugang gibt, waren Schüler fast zwei Jahre lang ohne effektive Unterstützung von Lehrern und Bildungseinrichtungen. Diese kleinen Familienbibliotheken, die wir in diesem Kontext geschaffen haben, waren für viele Kinder die einzige Informations- und Lernquelle. Sie boten Familien auch wieder einen Anlass, sich nach der Feldarbeit abends am Herd zum Lesen zu versammeln. Dank Initiativen wie der von Herrn Abel breiten sie sich nun im gesamten Netzwerkgebiet aus. Vielen Dank und herzlich willkommen in unserer Bibliotheksgemeinschaft!
 
 
 

Wir lernen auch von unserer Erde

Am 25. Februar führten unsere Kollegen José Isabel Ayay Valdéz und Javier Huamán Lara im Rahmen eines Kurses für spanische Sprachwissenschaft an der Nationalen Universität von Cajamarca eine Diskussion.
Viele mögen die Idee, dass zwei Landwirte einer solchen „akademischen“ Tätigkeit nachgehen, insbesondere an einer Universität, mit Verachtung (und vielleicht sogar Empörung) betrachten.
 
Tatsächlich kommt Wissen von überall her, und keine Quelle verdient es, ignoriert zu werden – ein Prinzip, für das wir uns im Netzwerk seit unserer Gründung einsetzen. Bildung beschränkt sich zudem nicht auf vier graue Wände, in denen Schüler acht Stunden am Tag an ihren Schreibtischen sitzen und von jemandem unterrichtet werden, der (akademisch) etwas mehr Erfahrung hat als sie. Bildung ist ein Phänomen, das das menschliche Leben durchdringt und oft von den unerwartetsten Orten kommt. Dies bestätigen die Schüler, die an dieser Veranstaltung teilgenommen haben und die zudem bekräftigten, dass Don Javier und Don José Isabel eine meisterhafte Lektion in Quechua und der Andenkultur erteilt haben.
Rumi Mires

Von Beständigkeit und Anfängen

Wer das Netzwerk ländlicher Bibliotheken kennt, weiß, dass wir unseren Verband nicht als hierarchische Einheit verstehen, sondern – aus andiner Perspektive – als horizontale Organisation. Unser Organigramm ähnelt einem Mandala, jenen hinduistischen Diagrammen, die den Kosmos durch konzentrische Kreise und wiederkehrende Muster darstellen.
Einer dieser Kreise oder „Figuren“ ist der Ständige Rat, ein Beratungsgremium in verschiedenen Bereichen des Netzwerks.
Lange Zeit war dieses Gremium inaktiv; das fortgeschrittene Alter einiger Mitglieder, die Pandemie und andere Faktoren verhinderten regelmäßige Treffen. 2025, auf unserer letzten Versammlung, gründeten wir einen neuen Ständigen Rat, bestehend aus Koordinatoren vom Land, Lehrkräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Netzwerks. Am 19. Februar dieses Jahres, nach vielen Jahren, traf sich der neue Rat zum ersten Mal. Wir empfanden große Freude, Zufriedenheit, Ermutigung, Zuversicht und Hoffnung, verbunden mit viel Engagement und vielen neuen Ideen und Impulsen in diesem Raum des Zuhörens und Diskutierens. Es scheint, dass diese Beständigkeit viele Anfänge hat.
 
 

Samstag, 7. März 2026

23. Februar

Am 23. Februar wäre Alfredo Mires 65 Jahre alt geworden. Sein feiner Humor, seine Erzählkunst und seine fesselnden Gedanken haben mich die Welt mit anderen Augen sehen lassen. Ich vermisse das sehr. Deshalb lese ich seine Schriften immer wieder. Heute möchte ich einen Auszug aus einem von Alfredos vielen Vorträgen mit Ihnen teilen.
Die Erinnerung ist das Herzstück der Identität eines Volkes, doch wir müssen diesen Kern öffnen, denn juristische Chroniken wirken wie eine Panzerung, die ihn erstickt. Daher der Wert der Mäeutik, der Kunst, das Leben zu schenken, das Intimste hervorzubringen. Denn die Erinnerung muss nicht kontrolliert werden, wenn sie die Unabhängigkeit eines engagierten Herzens und die Kraft eines unbezwingbaren Geistes besitzt (dies ist ein passender Anlass, die Eichhörnchen öffentlich zu würdigen: Offenbar besitzen sie eine fruchtbare Vergesslichkeit, denn da sie sich nicht immer erinnern, wo sie ihre Nüsse vergraben haben, sind sie jedes Jahr für die Geburt Hunderttausender Bäume verantwortlich). 
Danke, Alfredo, für deine Lehren, für deine Anwesenheit unter uns und dafür, dass du uns auf unseren Wegen immer begleitet hast.
Rita

Wachstum, Gemeinschaft und heilige Berge

Vom 19. bis 21. Februar 2026 trafen wir uns im Rahmen der Generalversammlung mit den Koordinatoren der ländlichen Bibliotheken, den Lehrkräften der ländlichen Bibliotheken aus Bildungseinrichtungen, einigen Freiwilligen, dem zentralen Team und dem Ständigen Rat des ländlichen Bibliotheksnetzwerks in Cajamarca. Es waren Tage voller Gemeinschaftsarbeit, Büchertausch, Lachen, Lernen, Lesen und Nachdenken.
 
 
In dieser Versammlung haben wir uns viel Zeit genommen, um zu verstehen, woher wir kommen, welchen Beitrag wir zur Gesellschaft leisten können und wie uns die Zugehörigkeit zum Netzwerk prägt. In den „ländlichen Bibliotheken“ lernen wir die tiefe Bedeutung von Fürsorge kennen. Wenn man von den ländlichen Bibliotheken spricht, dann spricht man von den Anden und somit von Fürsorge: dem Anbau von Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln, Saatgut, Pflanzen und Kleintieren; Fürsorge impliziert Pflege und Schutz, Austausch und die Verbundenheit mit dem Leben.
Doch „Ländliche Bibliotheken“ sind auch AYLLU, verstanden als eine große Familie, die Gemeinschaft derer, die einander lieben und respektieren. Ayllu sind die Berge und Lagunen, die Bäume, die lebendigen und sprechenden Steine; die Kolibris wie „geflügelte Götter“, die Kleintiere, die Menschen oder Runas: Sie alle sind Teil dieser großen andinen Bibliotheksfamilie.
 
 
Und ebenso haben uns die ländlichen Bibliotjeken gelehrt, dass die Apus, unsere heiligen Berge, Kraft und Lebenskraft besitzen; sie sind und existieren, sie begleiten uns und sprechen mit uns. Sie sind die Hügel der Wak'a, Beschützer und Wächter, Orte, an denen sich die Kraft der Gemeinschaft manifestiert.
Teil davon zu sein, bedeutet all das. Und es ist unser Wunsch und unsere Pflicht, diese Sichtweise und Lebensweise weiterhin zu lehren und zu teilen.

 

Freitag, 20. Februar 2026

Genau so!

Vor einigen Wochen sahen wir einen Beitrag auf Instagram: eine Karnevalsmaske mit einer ñaupita (einem mythischen Wesen). Das Gemälde stammt von der Künstlerin Kim-Libélula. Wir als Team haben den Beitrag sofort geprüft, da wir wissen, dass viele Menschen und Institutionen die Arbeiten unseres verstorbenen Bruders Alfredo Mires verwenden, ohne die Quelle zu nennen, geschweige denn den Künstler hinter den Zeichnungen zu würdigen, die in den Ikonografiebüchern des Netzwerks der ländlichen Bibliotheken veröffentlicht wurden. Man denke nur an die Plakate für den Karneval in Cajamarca… Doch diesmal war es anders, denn die Malerin erwähnt, dass sie für ihr Werk Alfredo Mires' Ikonografie verwendet hat. Genau so erfreut es uns sehr, das umfangreiche Erbe, das Alfredo uns hinterlassen hat, weiter zu verbreiten.
Wir würdigen Kim-Libélulas Arbeit und ihren Respekt vor der Arbeit anderer.
 
 


Schulbeginn

Vor wenigen Tagen begann in unserem Land ein neues Schuljahr. Um diese Jahreszeit werden die Schulen auf Vordermann gebracht: Ein frischer A...