Samstag, 7. März 2026

23. Februar

Am 23. Februar wäre Alfredo Mires 65 Jahre alt geworden. Sein feiner Humor, seine Erzählkunst und seine fesselnden Gedanken haben mich die Welt mit anderen Augen sehen lassen. Ich vermisse das sehr. Deshalb lese ich seine Schriften immer wieder. Heute möchte ich einen Auszug aus einem von Alfredos vielen Vorträgen mit Ihnen teilen.
Die Erinnerung ist das Herzstück der Identität eines Volkes, doch wir müssen diesen Kern öffnen, denn juristische Chroniken wirken wie eine Panzerung, die ihn erstickt. Daher der Wert der Mäeutik, der Kunst, das Leben zu schenken, das Intimste hervorzubringen. Denn die Erinnerung muss nicht kontrolliert werden, wenn sie die Unabhängigkeit eines engagierten Herzens und die Kraft eines unbezwingbaren Geistes besitzt (dies ist ein passender Anlass, die Eichhörnchen öffentlich zu würdigen: Offenbar besitzen sie eine fruchtbare Vergesslichkeit, denn da sie sich nicht immer erinnern, wo sie ihre Nüsse vergraben haben, sind sie jedes Jahr für die Geburt Hunderttausender Bäume verantwortlich). 
Danke, Alfredo, für deine Lehren, für deine Anwesenheit unter uns und dafür, dass du uns auf unseren Wegen immer begleitet hast.
Rita

Wachstum, Gemeinschaft und heilige Berge

Vom 19. bis 21. Februar 2026 trafen wir uns im Rahmen der Generalversammlung mit den Koordinatoren der ländlichen Bibliotheken, den Lehrkräften der ländlichen Bibliotheken aus Bildungseinrichtungen, einigen Freiwilligen, dem zentralen Team und dem Ständigen Rat des ländlichen Bibliotheksnetzwerks in Cajamarca. Es waren Tage voller Gemeinschaftsarbeit, Büchertausch, Lachen, Lernen, Lesen und Nachdenken.
 
 
In dieser Versammlung haben wir uns viel Zeit genommen, um zu verstehen, woher wir kommen, welchen Beitrag wir zur Gesellschaft leisten können und wie uns die Zugehörigkeit zum Netzwerk prägt. In den „ländlichen Bibliotheken“ lernen wir die tiefe Bedeutung von Fürsorge kennen. Wenn man von den ländlichen Bibliotheken spricht, dann spricht man von den Anden und somit von Fürsorge: dem Anbau von Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln, Saatgut, Pflanzen und Kleintieren; Fürsorge impliziert Pflege und Schutz, Austausch und die Verbundenheit mit dem Leben.
Doch „Ländliche Bibliotheken“ sind auch AYLLU, verstanden als eine große Familie, die Gemeinschaft derer, die einander lieben und respektieren. Ayllu sind die Berge und Lagunen, die Bäume, die lebendigen und sprechenden Steine; die Kolibris wie „geflügelte Götter“, die Kleintiere, die Menschen oder Runas: Sie alle sind Teil dieser großen andinen Bibliotheksfamilie.
 
 
Und ebenso haben uns die ländlichen Bibliotjeken gelehrt, dass die Apus, unsere heiligen Berge, Kraft und Lebenskraft besitzen; sie sind und existieren, sie begleiten uns und sprechen mit uns. Sie sind die Hügel der Wak'a, Beschützer und Wächter, Orte, an denen sich die Kraft der Gemeinschaft manifestiert.
Teil davon zu sein, bedeutet all das. Und es ist unser Wunsch und unsere Pflicht, diese Sichtweise und Lebensweise weiterhin zu lehren und zu teilen.

 

23. Februar

Am 23. Februar wäre Alfredo Mires 65 Jahre alt geworden. Sein feiner Humor, seine Erzählkunst und seine fesselnden Gedanken haben mich die W...